Autistische Verhaltensmuster , der frontale Cortex und die Klugheit der Gefühle


 

Es gibt  Störungen  im frontalen Cortex , die durch  Durchblutungsstörungen oder  Eiweißablagerungen entstehen und zu vielfältigen  Symptomen und Lebenseinschränkungen führen.

Sie können jahrzehntelang ihr Leben beeinflussen und erschweren - Verhaltensmuster , die uns und

unsere Gesellschaft prägen. 

Ich werde oft gefragt , ob ein bestimmtes autistisches Verhalten , welches ein betreffender Klient hat , denn krankhaft ist oder nicht. Ich bin der Meinung, dass dies von seiner Lebenssituation abhängt. 

Wenn er sich seine Welt schafft , in der er damit leben kann , wenn er einen Beruf findet in  dem er arbeitet , wenn er einen Lebenspartner findet , der diese Eigenarten toleriert , dann hat er seinen Platz gefunden ,

dann ist dies sicher nicht behandlungsbedürftig. 

Wenn dieser Mensch jedoch mit seinem Leben nicht zurecht kommt , von einem Arzt zum Nächsten läuft und bereits an diversen Schmerzen leidet , Verschleimungen beobachtet oder von innerer Unruhe geplagt ist , 

dann entscheidet der Körper, dass es eben nicht gut so ist und er muss darauf reagieren.

Es ist egal was uns zuerst stört die körperliche Verfassung oder die psychische.

Wir müssen darauf reagieren.

 

 

Bei uns im Westen ist es jedoch leider so , dass wir erst auf körperliche Symptome

reagieren, wenn sie nicht mehr aushaltbar sind und auf die psychischen Symptome 

erst dann , wenn diese für uns selbst oder für andere nicht mehr aushaltbar sind

und dies wurzelt in einem  tiefen Unvertrauten in unsere westliche Medizin.

Die Verhaltensstörungen ,die ein unterversorgter frontaler Cortex mit sich bringt sind vielfältig , so vielfältig wie die Menschen und  ihre Geschichten.

Es gibt viele Gemeinsamkeiten im gestörten Sozialverhalten , aber wir finden nicht die absoluten Symptome die alle Menschen mit derartigen  Störungen vereinen , dazu sind unsere Lebensgeschichten zu unterschiedlich und unsere gespeicherten Informationen

und Gefühle so andersartig .

Der frontale Cortex stellt Gefühlsverknüpfungen her zwischen bestimmten Arten von  Situationen in welchen wir uns mit unserer eigenen Lebensgeschichte befunden haben und bestimmten Intensitäten von Körperzuständen, die wir in der Folge erlebt haben und dem Effekt den es für uns hatte.

Er verbindet die Jetztzeit mit der Vergangenheit und der Zukunft  - es werden also drei Informationen , ein Gefühl betreffend verarbeitet und je grösser seine Störungen sind um

so auffälliger ist die Störung  in der sozialen Kommunikation .

In kein anderes Hirnareal fließen soviel Informationen hinein und wieder hinaus.

Welche Gehirnregion man auch betrachtet , sie hat fast sicher Verbindung 

zum frontalen Cortex - er ist wie ein  Dirigent , der  zu allen Informationen den Taktstab schwingt und die Orchestermusiker koordiniert.

Er verleiht uns  die Fähigkeit jedes beliebige Problem aus allen Blickwinkeln zu betrachten und bewusst zu analysieren . Statt  nur auf die offensichtlichen Fakten zu reagieren ,

können wir mit einem intakten frontalen Cortex mehrere Möglichkeiten in  Erwägung

ziehen , die zur Lösung führen.

Andere Gehirnregionen sind immer nur mit der Verarbeitung einer Art von Reiz beschäftigt , der frontale Cortex verarbeitet jedoch alle ihm angebotenen Daten.

Können sie sich vorstellen , was passiert wenn dieser Bereich des Gehirns ,

der mit Erfahrungen und Gefühlen und den Folgen im positiven oder negativen Erleben

gestört ist , wenn Betrachtungen welche zur Entscheidung führen können und sollten ,

nicht mehr ausgewertet werden können , wenn Informationen nicht flüssig weitergeleitet werden die mit gefühlsorientiertem Denken im klaren Zusammenhang stehen ?

Soziale Kommunikation beruht darauf im Umgang mit dem Gegenüber abzuwägen,

wie könnte eine bestimmte Aussage oder Entscheidung die ich  treffe mein Gegenüber beeinflussen , wie könnte das, was ich tue , sein Fühlen beeinflussen , was könnte dem Gegenüber weh tun und was eher nicht  - hierin liegt  der Grundstein für  emphatisches Verhalten.